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Gesellschaft zur Förderung schnellwachsender Baumarten in Norddeutschland e.V.

Mikrovermehrung ausgelesener Elite-Birkenklone

Erprobung der Mikrovermehrung ausgelesener Elite-Birkenklone unter Praxisbedingungen und Anlage von Demonstrationsflächen in Norddeutschland

Dr. Andreas Meier-Dinkel, Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt, Waldgenressourcen, Standort Hann. Münden

Zusammenfassung

Die Abt. Waldgenressourcen der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) hatte in ihren Nachkommenschaftsprüfungen mehr als 150 hervorragende Elitebäume der Sandbirke (Betula pendula), der Moorbirke (Betula pubescens) und der Hybriden Sandbirke x Japanische Birke (Betula pendula x B. platyphylla var. japonica) ausgelesen. Die Auswahl erfolgte nach Stammform und Wuchsleistung. Nach Mikrovermehrung zahlreicher Klone wurden diese in Klonprüfungen aufgepflanzt. Auf der Basis der Ergebnisse dieser Klon¬prüfungen wurden sechs den Sämlingsstandards überlegene Sandbirken- und fünf Moorbirkenklone nach FoVG als Ausgangsmaterial zur Gewinnung geprüften Vermehrungsgutes zugelassen. Die Klone werden unter dem geschützten Markenzeichen silvaSELECT® für die forstliche Praxis angeboten. Ziel der Pflanzung ausge¬lesener Birkenklone ist die Produktion von Wertholz in mittleren Umtriebszeiten.
Parallel zur Anlage der Klonprüfungsflächen wurde von der Gesellschaft zur Förderung schnellwachsender Baumarten in Norddeutschland vom 1.10.2002 bis zum 31.3 2004 ein Projekt mit folgenden Zielen gefördert:

  1. Übertragung der Mikrovermehrungsmethode aus dem Forschungslabor in die kommerzielle Praxis bis zur Produktion verkaufsfertiger Pflanzen in der Baumschule.
  2. Anlage von Demonstrationsflächen mit Birken-Eliteklonen im Vergleich zu Sämlingen, auf denen sich die Waldbesitzer über die Leistungsfähigkeit der selektierten Klone informieren können.

Die beteiligten Projektpartner waren

  1. Institut für Pflanzenkultur (IFP), Solkau
  2. Gustav Lüdemann Baumschulen KG, Bollensen
  3. Niedersächsische Forstliche Versuchsanstalt (heute NW-FVA), Hann. Münden

Das Projekt wurde mit der Anlage von fünf Demonstrationsflächen in Brandenburg (BB), Mecklenburg-Vorpommern (MV), Niedersachsen (NI) und Schleswig-Holstein (SH) erfolgreich abgeschlossen. Die Fläche in MV wurde aufgegeben. Die Flächen in NI und SH entwickelten sich gut bis sehr gut. Die Qualität der Stammform der auf den Demonstrationsflächen ausgepflanzten Moor- und Sandbirkenklone ist in Abbildung 1 und 2 dargestellt. Einen Überblick über die Flächen in SH und NI zeigen die Abbildungen 3 und 4.


Flächendesign und Pflege einer Demonstrationsfläche mit mikrovermehrten Birken (Betula spp.)

Die Demonstrationsflächen sollen dazu dienen, die Überlegenheit des züchterisch verbesserten Pflanzenmaterials gegenüber den zur Zeit in der Regel gepflanzten Sämlingen bei den potentiellen Verwendern (öffentliche und private Waldbesitzer) bekannt zu machen.
Ein idealer Standort für eine Demonstrationsfläche mit Birkenklonen ist eine ehemals landwirtschaftlich genutzte Fläche, wenn möglich verkehrsgünstig gelegen. Aber auch ein Waldstandort mit für Birken guten Bedingungen ist geeignet. Der Anlageplan einer Demonstrationsfläche ist ihrem Zweck entsprechend ein anderer als der einer Versuchsfläche zur Prüfung von Klonen. Auf einer Demonstrationsfläche werden die einzelnen Klone in Reihen à 10 Stück, Reihenabstand 5 m, Abstand in der Reihe 2,5 m, gepflanzt. Etwa jede 10. Reihe sollte zum direkten Vergleich mit Samenplantagen-Sämlingen, aber auch mit normaler Handels¬ware aus Baumschulen bepflanzt werden. Die benötigte Fläche ohne Randbepflanzung für 45 Klone (à 10 Pflanzen) und 50 Sämlinge beträgt 0,625 ha.
Nach drei Vegetationsperioden sollte mit der Ästung der Birken begonnen werden. Die beste Zeit hierfür ist Ende Juni / Anfang Juli. Der Durchmesser der zu entfernenden Seitenzweige soll dabei nicht größer sein als 2,5 cm und es darf höchstens 1/3 der grünen Krone entfernt werden. Bei guter Wuchsleistung auf einem entsprechenden Standort sollte in den folgenden Jahren regelmäßig geästet werden, bis ein 6,5 m astfreier Schaft vorhanden ist. An den Bäumen sind danach keine weiteren Behandlungen mehr erforderlich. Sobald sich die Kronen innerhalb der Reihen zu berühren beginnen, voraussichtlich nach ca. 10 Jahren, sollte jeder zweite Baum in der Reihe entnommen werden. Nach Beendigung der Ästungsphase sollen sämtliche Kronenzweige belichtet bleiben damit sie nicht absterben.

  • proj_birkenprojekt_1

Abb. 1: Stammform von 11 Moorbirkenklonen und dem Sämlingsstandard im Alter 7 Jahre (Aufnahme 2009). Mittelwerte aus vier Demonstrationsflächen.
* Klon ist dem Sämlingsstandard über alle Demonstrationsflächen signifikant überlegen.
Grüne Säulen: zugelassene silvaSELECT-Klone (die Zulassung beruht auch auf Daten weiterer Flächen), blaue Säulen: Klone ohne Zulassung, gelbe Säule: Sämlingsstandard

 
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Abb. 2: Stammform von 15 Sandbirkenklonen und dem Sämlingsstandard im Alter 7 Jahre (Aufnahme 2009). Mittelwerte aus vier Demonstrationsflächen. * Klon ist dem Sämlingsstandard über alle Demonstrationsflächen signifikant überlegen. Grüne Säulen: zugelassene silvaSELECT-Klone (die Zulassung beruht auch auf Daten weiterer Flächen), blaue Säulen: Klone ohne Zulassung, gelbe Säule: Sämlingsstandard

 
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Abb. 3 a und b: Demonstrationsfläche LWK Schleswig-Holstein, Bezirksförsterei Stormarn. silvaSELECT-Sandbirke 'Opal' und 'Zirkon', 10 Jahre alt (9 Jahre auf der Fläche); 68 bzw. 76 % gerade Stämme, 65 bzw. 78 % wipfelschäftig (Alter 7). Ästungsrückstand: Bäume wurden erst einmal geästet.

 
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Abb. 4 a und b: Demonstrationsfläche LWK Oldenburg, Bezirksförsterei Thüle. silvaSELECT-Moorbirke 'Turmalin', 15 Jahre alt (14 Jahre auf der Fläche).

 

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